Autokosten & Freiheit (1/5): Das Auto als Bremsklotz?

Aufnahme eines Spielzeugautos, das eine Geldmünzen-Treppe herunterrollt – Symbolbild für die Kosten eines Autos und den damit oftmals verbundenen Vermögensverlust.

Dies ist der erste Teil meines fünfteiligen Erfahrungsberichtes über die realen Kosten des Autofahrens auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Hier findest du alle weiteren Teile:

Teil 2: Wenn Alternativen zum PKW fehlen
Teil 3: Youngtimer vs. Neuwagen
Teil 4: 12 Jahre Autofahren in Zahlen
Teil 5: Fazit – Zwischen Sparwahn und Sicherheit


Warum ein Verzicht aufs Auto laut Frugalisten 130.000 Euro wert ist

Vor einer Weile bin ich auf einen alten Blogbeitrag von Oliver Noelting in seinem Frugalisten-Blog gestoßen. In diesem beschreibt er, wie er tapfer bei Wind und Wetter, in England, zur Arbeit gefahren ist. Seine Arbeitsadresse hatte eine Entfernung von 35 Kilometern zu seinem Wohnort, und er ist die Strecke anteilig mit der Bahn sowie dem Fahrrad gefahren, sodass er täglich 27 Kilometer auf seinem treuen Drahtesel zurückgelegt hat.

Er beschreibt treffend, was es für eine Abwechslung ist mit dem Fahrrad, statt dem Auto unterwegs zu sein – insbesondere, wenn man auf der Arbeit 8 Stunden im Büro sitzt. Gefallen hat mir außerdem die Herangehensweise, dass das ganze bei einem ordentlichen Sturm zu einem richtigen Abenteuer wird und man sich noch Jahre später an die täglichen Radtouren erinnern wird, anstatt daran „wie du mit laufendem Motor an der Ampel gewartet, dem Scheibenwischer zugesehen und deinen Vordermann angehupt hast“.

Soweit konnte ich ihm einspruchslos zustimmen: Er tut etwas für seine Gesundheit, sammelt schöne Erinnerungen und – selbstverständlich das Kernthema eines Finanz- und Frugalismus-Blogs – er spart eine Menge Geld.

Wie viel, hat selbst mich, der qua seiner Mission hier, schon ein gewisses Gespür für den Zinseszinseffekt hat, dennoch überrascht und etwas grübeln lassen.

Seine Annahme:

Sein sparsamster autofahrender Arbeitskollege kauft sich für 1.000 Euro einen alten Gebrauchtwagen und fährt damit zehn Jahre lang täglich zur Arbeit.

Monatliche Ausgaben für Steuern, Versicherungen, Inspektionen: 50 Euro
Monatliche Ausgaben Sprit: 50 Euro
Jährliche Ausgaben Reparaturen und Ersatzteile: 200 Euro

Die Kosten, die er für sich dagegensetzt, sind:

160 Euro für ein gebrauchtes Fahrrad (darin enthalten sind zudem LED-Fahrradlampen und Bekleidungsausrüstung für Regenwetter).
Weiterhin rechnet er großzügig mit 10 Euro im Monat für Verschleißteile.

Am Ende, legt er die Differenz die er spart (moderat gerechneter Aktien-Anleihen-Mix), mit 5 % Rendite, an. Nach 10 Jahren hätte er ein um 18.000 Euro größeres Vermögen. Bei einem durchschnittlichen deutschen Auto, mit höheren Anschaffungs- und Betriebskosten (er verweist auf eine ADAC-Studie) steigt der Unterschied schon auf 30.000 bis 40.000 Euro – und nach 25 Jahren auf 130.000 Euro.

Dazu kommen die schönen Erinnerungen und gesundheitlichen Benefits. Weiterhin scheint in dieser Betrachtung die Inflation außen vor gelassen worden zu sein, die ihm, denke ich, noch zusätzlich in die Karten spielen würde.

All das klingt und klang für mich, der auch stets versucht seine Ausgaben zu optimieren, durchaus interessant. Obwohl ich in der Vergangenheit schon ab und an mal meine KFZ-Kosten durchgerechnet habe, so habe ich es doch nie zuvor so detailliert getan.

Bis heute! Wie ich in meinem Haushaltsbuch-Artikel geschrieben habe, besitze ich ja eine umfassende Datensammlung meiner Einnahmen und Ausgaben der letzten zwölf Jahre.

Zeit, mal Bilanz unter die Autothematik zu ziehen und abzuwägen, ob ich lieber auf ein Auto verzichtet hätte, heute noch verzichten sollte, der Verzicht überhaupt möglich gewesen wäre oder ich, dank meiner Kostenkontrolle, bereits in der Vergangenheit ganz gut abgeschnitten habe.

Hier geht’s weiter mit Teil 2: Wenn Alternativen zum PKW fehlen

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