Autokosten & Freiheit (5/5): Fazit – Zwischen Sparwahn und Sicherheit

Aufnahme eines Kindes, das eine Warnweste und einen Schutzhelm trägt – Symbolbild für die Abwägung zwischen Sparen und Sicherheit bei den KFZ-Kosten.

Dies ist der letzte Teil meines fünfteiligen Erfahrungsberichtes über die realen Kosten des Autofahrens auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Hier findest du die vorherigen Teile:

Teil 1: Das Auto als Bremsklotz?
Teil 2: Wenn Alternativen zum PKW fehlen
Teil 3: Youngtimer vs. Neuwagen
Teil 4: 12 Jahre Autofahren in Zahlen


Das Fazit, was ich für mich aus dieser Auflistung und der Reflexion meiner Autobesitzer-Historie ziehe, ist: Der Erwerb und Besitz eines Fahrzeuges sind für mich und meine Lebenssituation im Grunde nicht verhandelbar. Sowohl mein Wohnort als auch mein Arbeitsverhältnis machen dies unerlässlich. Mein Umgang mit dieser Situation spiegelt wiederum meine generelle Verhaltens- und Denkweise wider. Meine Autos sollten immer so sparsam und effizient wie möglich sein. Ich brauchte keinen unnötigen Schnick-Schnack. Die Tage, an denen ich die Klimaanlage anschaltete, könnte ich wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Dennoch hatte es in einigen Zeiträumen wirklich „Hardcore-Auswüchse“ angenommen, die wahrscheinlich wenig mit Freiheit und Glück zu tun hatten, sondern eher mit Selbstgeißelung und massivem mentalen Druck. Noch dazu mit einer guten Portion Todessehnsucht, wenn ich meine Reifen bis zur allerletzten Rille runtergefahren habe und die Bremsen bei der Betätigung schon schrien, weil sie so am Ende waren. Alles, um ein paar Euro zu sparen und diese gut verzinst anzulegen – denn der Zinseszins würde über die nächsten Jahrzehnte daraus ein Vermögen machen.

Soweit, so richtig. Nur geht diese Rechnung nicht mehr auf, wenn man diese Zukunft gar nicht mehr erlebt hätte. Außerdem war es eben auch extremer Stress, oftmals nicht zu wissen, ob und wie lange mein Auto noch zuverlässig funktioniert, weil ich es immer nur so notdürftig instand hielt, wie es eben musste – oder sogar weniger. Ich hätte es auch zu einer Marken- oder Vertragswerkstatt bringen können und hätte einen Mietwagen bekommen; dieser wäre mir sogar bis zur Haustür gebracht worden. Ich entschied mich jedoch meist, mir die Schadenssumme abzüglich der Mehrwertsteuer auszahlen zu lassen und den Schaden selbstständig, gar nicht oder durch billige, freie Werkstätten so minimalistisch wie möglich reparieren zu lassen. Für den Geldbeutel war das gut, für das Auto und den Kopf: Stress pur.

Ich war aber im Tunnel und wollte das mir selbst gesteckte Ziel der finanziellen Freiheit unter allen Umständen und natürlich lieber heute als morgen erreichen.

Ob das nun nachahmenswert ist, entscheidet selbst. Für mich sind es viele schöne, spannende, aber auch nervenaufreibende Erinnerungen.

Vernünftig sparen – Meine Checkliste für minimale Kosten

Schlussendlich ging alles gut, aber wie ich bereits beschrieben habe, agiere ich heute etwas anders und wahrscheinlich „vernünftiger“ und „nachhaltiger“– würde ich zumindest behaupten. Was bleibt, ist dennoch der Anspruch vergleichsweise sparsam zu agieren.

Das heißt:

  • ein Auto, dass nur so groß und damit so teuer wie unbedingt nötig ist
  • bei einem Neuwagen eine möglichst lange Garantie, weil ich keine Lust mehr auf lästige, teure Reparaturen und Stress habe
  • ein sprit- und verschleißsparender Fahrstil
  • eine jährliche Überprüfung meiner KFZ-Versicherungsbeiträge
  • die Vermeidung von unnötigen Fahrten, wann immer möglich
  • eigenständige Fahrzeugpflege: Reifenwechsel werden selbst durchgeführt und Schnick-Schnack wie teure Autowäschen finden nicht statt – das Auto wird mit der Hand gewaschen!

Auf Kosten der Funktionsfähigkeit und Sicherheit wird nicht mehr gespart – diese Dinge haben Priorität.

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