Energie-Irrsinn (4/6): Verborgene Geldfresser bei Wasser und Abwasser

Aufnahme eines Wassertropfens der auf eine Wasseroberfläche trifft. Ein Symbolbild für Wasserkosten und verborgene Geldfresser bei Wasser und Abwasser.

Dies ist der vierte Teil meiner sechsteiligen Artikelserie über „Energie-Irrsinn und wie du trotz hoher Energiepreise vergleichsweise sparsam durchs Leben kommst“. Hier findest du die vorherigen Teile:

Teil 1: Wenn Weltpolitik an der Zapfsäule einschlägt
Teil 2: Meine Strategie für 7 Euro Strom im Monat
Teil 3: Heizkosten senken ohne Anbieterwechsel


Sparduschkopf und Toilettentaste: Hunderte Euro Ersparnis im Jahr

Kommen wir im Folgenden zu einfachen, aber nützlichen Spartipps beim Wasserverbrauch.

Wie bereits zuvor geschildert, hast du hier keinerlei Gestaltungsspielraum über einen Anbietervergleich, weder als Mieter noch als Eigentümer. Wasser ist Teil der Daseinsvorsorge, und da es unpraktisch und teuer wäre, verschiedene Wasserleitungen zu jedem Haus zu legen, herrscht hier ein natürliches Monopol.

Dieses wird meist von deinen lokalen Stadtwerken oder einem Zweckverband ausgeübt. Dieser legt dann auch die Preise und Gebühren fest. In meinem Fall beziehungsweise an meinem Standort, wären das die folgenden:

  • Der Wasserpreis je Kubikmeter inkl. 7% MwSt. beträgt: 1,35 € zzgl. monatlicher Grundpreis von 13,91 €.
  • Zusatzgebühr A für eine Jahresschmutzwassermenge beträgt je m³ 3,83 €. Die monatliche Grundgebühr beträgt 18,75 €.
  • Die jährliche Niederschlagswassergebühr beträgt 0,77 €/m² gebührenpflichtiger Fläche.

Trotz dieser lokal festgelegten Preise, denen du nicht entkommen kannst, hast du die Möglichkeit, deine Kosten über den Verbrauch zu steuern.

Den eigenen Wasserverbrauch gezielt steuern

Dies geht auch einfacher, als du denken magst, wenn du einmal bereit bist, kleinere Anpassungen an deinem Verhalten vorzunehmen oder kleinere Anschaffungen zu tätigen.

Ich nutze beispielsweise einen Sparduschkopf. Dieser kann deinen Wasserverbrauch beim Duschen halbieren und ist bereits ab Preisen von um die 15 Euro zu haben. Ersparnis? Mehrere hundert Euro im Jahr sind bei einem Vier-Personen-Haushalt möglich.

Ein anderes Sparverhalten, das mir leicht fällt, weil mein Badezimmer es aktuell gar nicht hergibt, ist Duschen statt Baden. 7 Minuten Duschen mit Sparkopf entsprechen circa 50 Litern, eine volle Badewanne fasst circa 150 Liter.

Eine weitere Regel lautet: Wasser aus! Beim Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen gilt es, den Hahn zuzudrehen – für mich eine Selbstverständlichkeit, aber ich höre immer wieder von Leuten in meinem Umfeld, die genau das nicht tun. Auch hier herrscht enormes Sparpotenzial!

Weiter geht’s auf dem stillen Örtchen. Hier gibt es zwei Tasten – wähle logischerweise die kleinere. Diese verbraucht oft nur 3 Liter, gegenüber 6 bei der großen Taste.

Benutzt du beispielsweise fünfmal am Tag die Toilette, sieht die Rechnung so aus:

SzenarioVerbrauch pro TagVerbrauch pro Jahr
Nur große Taste (6L)30 Liter10.950 Liter
Mix (4x klein, 1x groß)18 Liter6.570 Liter
Deine Ersparnis12 Liter4.380 Liter

Das bedeutet, allein durch die konsequente Nutzung der kleinen Taste spart eine einzige Person pro Jahr über 4 Kubikmeter Wasser. Bei einer vierköpfigen Familie sind das schon über 17.000 Liter – das entspricht etwa 115 vollen Badewannen! – Nicht schlecht, wenn du mich fragst!

Noch stärker ist der Effekt, wenn du dein Geschirr bisher unter fließendem Wasser abgewaschen hast (das kann bis zu 100 Liter pro Abwasch bedeuten!), statt im Becken zu spülen oder den Geschirrspüler zu nutzen. Machst du das zweimal am Tag, kommt am Jahresende ein Unterschied von mehreren hundert Euro dabei heraus.

Du siehst, es sind die kleinen Dinge, die Alltagsgewohnheiten, die manchmal zu Geldfressern werden können.

Kommen wir nun zum Abschluss zum aktuell prominentesten dieser Kostenfaktoren und schließen den Bogen zum Anfangsartikel dieser Serie.

Hier geht’s weiter zu Teil 5: Mobilität als Luxusgut – Die Kostenfalle Auto.

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