Energie-Irrsinn (1/6): Wenn Weltpolitik an der Zapfsäule einschlägt

Aufnahme einer Zapfsäule mit vier Zapfhähnen an einer Tankstelle. Ein Symbolbild für explodierende Energiepreise in Folge des Iran-Krieges.

Dies ist der erste Teil meiner sechsteiligen Artikelserie über „Energie-Irrsinn und wie du trotz hoher Energiepreise vergleichsweise sparsam durchs Leben kommst“. Hier findest du alle weiteren Teile:

Teil 2: Meine Strategie für 7 Euro Strom im Monat
Teil 3: Heizkosten senken ohne Anbieterwechsel
Teil 4: Verborgene Geldfresser bei Wasser und Abwasser
Teil 5: Mobilität als Luxusgut – Die Kostenfalle Auto
Teil 6: Kraftstoffverbrauch senken in der Krise


Warum globale Konflikte und sprunghafte Politik dein Geld verbrennen

Aktuell regiert in den Medien wieder die nackte Panik: KRIEG! USA und Israel greifen den Iran an – und die unmittelbare Folge sind explodierende Energiepreise. Das ist leider keine bloße Panikmache, sondern bittere Realität. Bitter für die Menschen, die den Konflikt direkt erleben müssen, aber eben auch für die Verbraucher hier in Deutschland.

Ganz ehrlich: Wenn ich an der Tankstelle sehe, wie rasant die Preise nach Ausbruch eines Konflikts nach oben springen, platzt mir die Hutschnur. Man fühlt sich schlichtweg verarscht. In eine Richtung reagieren die Preise nämlich immer sofort: nach oben. Aber wenn der Ölpreis am Weltmarkt mal schlagartig sinkt – sieht man davon an der Anzeige erst mal was? Richtig: Nichts!

Die Politik kommt derweil immer auf dieselbe Schnapsidee (zufällig kurz vor Wahlen): „Lasst uns die Steuern auf Kraftstoffe vorübergehend senken, um die Verbraucher in dieser schwierigen Lage zu entlasten!“. Als ob auch nur ein einziger Mineralölkonzern dieses Geldgeschenk eins zu eins weitergeben würde. Zack, schon sind die nächsten Steuermilliarden verbrannt. Aber Hauptsache, in Berlin klopfen sich alle gegenseitig auf die Schulter, weil sie ja angeblich etwas Gutes getan haben.

Ich kann es nicht mehr hören – eine Politik, die sich als Retter in der Not inszeniert, während sie seit Jahren das Tanken und Heizen durch immer neue Steuern, bürokratische Auflagen und sprunghafte Entscheidungen verteuert. Die Planbarkeit für Verbraucher und Unternehmen bleibt dabei völlig auf der Strecke.

Mal passiert ein Atomunglück in Fukushima und wir werfen ohne Not und Probleme alles über den Haufen. Mal ist Erdöl und Erdgas aus Russland das Tollste von der Welt. Im nächsten Augenblick, wenn alle Atomkraftwerke „weggesprengt“ sind, fällt uns ein, dass sie eigentlich doch gar nicht so schlecht waren – und Russland wird vom liebsten Energiepartner plötzlich zum Todfeind.

Stattdessen heißt es dann: Lasst uns die Erneuerbaren fördern – „Freiheitsenergien“, ich hör’s noch!

Gleichzeitig wollen wir plötzlich amerikanisches Fracking-Gas und werden in Katar vorstellig.

Moment mal! Hatten wir nicht beides kurz zuvor noch verteufelt?

Ich erinnere mich an bunte Armbinden und endlose Vorträge darüber, wie umweltschädlich Fracking sei. Eine Zusammenarbeit? Undenkbar!

Ach ja, und zu guter Letzt sind die „Freiheitsenergien“ dann doch wieder ein Problem, weil sie die Landschaft verschandeln und Wind und Sonne eben keine verlässlichen Dauerlieferanten sind.

Was machen wir denn nun? Irgendwie ist alles doof.

Genau das wäre vielleicht die erste wichtige Einsicht: Das Leben ist kein Wunschkonzert!

Eine moderne Volkswirtschaft braucht eine sichere, planbare und möglichst günstige Energieversorgung, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. So etwas muss man langfristig und strategisch planen – und nicht nach Wunschdenken oder Tagespolitik. Ähnlich wie bei der Geldanlage muss man sich breit aufstellen und diversifizieren, um nicht in einseitige Abhängigkeiten zu geraten.

Populistische Forderungen, wie die Bestrafung der Ölkonzerne, mögen sich politisch wunderbar verkaufen lassen, helfen den Verbrauchern am Ende aber nicht.

Fakt ist: Es gab in Deutschland bisher keine erfolgreiche Kartellrechtsklage, die Mineralölkonzerne wegen überhöhter Spritpreise direkt zu Bußgeldern oder Preissenkungen verurteilt hätte – geschweige denn zu Rückzahlungen an die Kunden.

Nun habe ich mit einer mir selbst auferlegten Regel gebrochen, und zwar, dass ich möglichst zeitlosen, unaufgeregten Evergreen-Content schreiben möchte, der auch noch in einigen Jahren eine gewisse Relevanz hat (nicht, dass ich davon ausgehe, dass sich das Handeln der politischen Akteure in der nächsten Zeit ändern würde, aber du weißt, was ich meine).

Aus diesem Grund geht es in den folgenden Teilen darum, was du aus diesem Energie-Irrsinn machst und wie du trotz hoher Energiepreise vergleichsweise sparsam durchs Leben kommst.

Hier geht’s weiter zu Teil 2: Meine Strategie für 7 Euro Strom im Monat.

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