ETF-Risiken (2/5): Indexrisiko & die Gefahr von Themen-ETFs

Schwarz-Weiß-Aufnahme zweier Männer beim Armdrücken an einem Tisch mit verstreuten Geldscheinen. Ein Symbolbild für den „Kampf“ zwischen aktiven Fonds und passiven ETFs sowie das Kräftemessen zwischen riskanten Themen-ETFs und einer breit gestreuten Anlagestrategie.

Dies ist der zweite Teil meiner fünfteiligen Artikelserie über das Thema „Keine Rendite ohne Risiko – Die Risiken der Aktien-ETF-Anlage“. Hier findest du den vorherigen Teil:

Teil 1: Keine Rendite ohne Risiko – Das Fundament


Das Indexrisiko: Wenn der Maßstab zum Problem wird

ETFs bilden einen Index nach. Sie sind also eine passive Anlageform. Das heißt, dass sie eben auch nicht besser sein können als ihr zugrundeliegender Index. Sie können also keine höhere Performance aufweisen. Das ist logisch, muss der Vollständigkeit halber aber erwähnt werden, da das Pendant zu den ETFs, der aktiv gemanagte Fonds, genau das als Ziel hat: eine Outperformance eines Index, der als Benchmark für den eigenen Fonds dient. Der Fondsmanager versucht in diesem Fall, durch aktive Kauf- und Verkaufsentscheidungen die Wertentwicklung seines Fonds positiv zu beeinflussen.

Da dies bei ETFs nicht der Fall ist, hat dies zur Folge, dass bei fallenden Kursen niemand „eingreifen“ kann und Verluste minimieren könnte. Andererseits sind auch überproportionale Gewinne nicht möglich, da „nur“ die Marktrendite mitgenommen wird.

Hinweis: Dieser Umstand ist aber kein Nachteil, sondern ist in den meisten Fällen sogar ein Vorteil. Aktiv gemanagte Fonds erheben für ihren „Service“ beträchtliche Gebühren, die deine Rendite schmälern, und dennoch schaffen nur die wenigsten Fondsmanager eine tatsächliche Outperformance gegenüber dem Markt. ETFs dagegen haben eine sehr geringe und vernachlässigbare Gesamtkostenquote.

Das nächste Risiko ist kein klassisches Risiko eines ETFs, sondern eher eine Marketing-Falle und dem steigenden Interesse an ETFs zum Vermögensaufbau geschuldet.

Modeerscheinung oder Renditekiller? Die Risiken von Themen-ETFs

In den letzten Jahren hat sich bei immer mehr Menschen die Erkenntnis durchgesetzt, dass man etwas für die private Altersvorsorge und den Vermögensaufbau tun sollte, und dabei sind viele auf ETFs als passendes Vehikel gestoßen.

Dieser grundlegend positive Umstand ruft natürlich aber auch die Finanzwirtschaft auf den Plan, die durch das Interesse an einem neuen Produkt das große Geschäft wittert.

Der ursprüngliche Gedanke eines langweiligen passiven Investments auf einen breit aufgestellten Aktienindex wurde etwas aufgepeppt. So gibt es heute unzählige Themen-ETFs – von Krypto über Verteidigung bis hin zu KI. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und ständig werden neue Indizes und dazu passende ETFs geschaffen, um Überrenditen zu versprechen und neues Geld von Investoren anzulocken. Diese ETFs bilden aber kein solides Fundament eines langfristigen Vermögensaufbaus, sondern dienen allenfalls der Spekulation.

Halte dich an große, marktbreite Aktienindizes, idealerweise global diversifizierende. Einige von diesen habe ich dir in meinem kurzen ETF-Leitfaden vorgestellt.

Weiter geht’s mit dem nächsten Risiko.

Hier geht’s weiter mit Teil 3: Währungsrisiko – Der unsichtbare Faktor.

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