Dies ist der letzte Teil meiner fünfteiligen Artikelserie über das Thema „Keine Rendite ohne Risiko – Die Risiken der Aktien-ETF-Anlage“. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Keine Rendite ohne Risiko – Das Fundament
Teil 2: Indexrisiko & die Gefahr von Themen-ETFs
Teil 3: Währungsrisiko – Der unsichtbare Faktor
Teil 4: Ausfallrisiko & Liquidität unter der Lupe
Psychologie an der Börse: Warum wir uns oft selbst im Weg stehen
Das hört sich so beiläufig an im Vergleich zu den anderen Risiken mit ihren ausgefallenen Bezeichnungen, aber ich schreibe das nicht ohne Grund.
DU bist ein größerer Risikofaktor, als du denkst!
Ich weiß, wir gehen alle davon aus, dass wir tolle Typen*innen sind, immer rational handeln und uns voll unter Kontrolle haben – aber Pustekuchen!
Deine Psyche wird dir früher oder später einen Streich spielen. Du wirst aus dem einen oder anderen Grund erwägen, deine ETF-Anteile zu verkaufen, und es wird dir völlig logisch und rational vorkommen – ganz sicher. Sich über Jahre und Jahrzehnte immer unter Kontrolle zu haben und jeder medialen Sau, die durchs Dorf getrieben wird, zu widerstehen, ist schwer. Soziale Medien, Tageszeitungen, deine Nachbarn, Kollegen und Freunde – alle werden dich mit schlauen Ratschlägen, Infos und Empfehlungen bombardieren, und du musst immer „Nein!“ sagen und bei deinem Plan bleiben. Wirtschaftskrisen, Kriege und Pandemien werden aufziehen, und du musst immer mit einer gewissen Gleichgültigkeit und Zuversicht darauf reagieren. Kurse werden sinken und stagnieren, und deine Geduld wird endlos auf die Probe gestellt werden – du musst standhaft bleiben.
Das ist dein Schicksal, wenn du mit einer langweiligen, passiven ETF-Anlagestrategie ein Vermögen aufbauen willst.
Auf der anderen Seite, abseits dieses kleinen Psychospieles mit deinen Emotionen und deinem Tatendrang, brauchst du aber auch nichts weiter zu tun, als auf deinem Arsch zu sitzen und deinem Vermögen beim Wachsen zuzuschauen.
Wenn du dazu bereit bist: Willkommen im Club und starte deine Reise – JETZT!
4 praxiserprobte Tipps, um deine ETF-Risiken effektiv zu senken
Abschließend noch einmal die folgenden 4 Tipps, um die Risiken bei der ETF-Anlage zu minimieren.
- Investiere breit gestreut
Investiere nicht zu sehr in bestimmte Branchen oder Themen-ETFs, sondern nutze sie höchstens als Beimischung. Sie bergen ein zu hohes Klumpenrisiko. Nutze stattdessen breit diversifizierende Aktien-ETFs mit vielen unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und gegebenenfalls Ländern. Schaue dazu doch in meinen kurzen ETF-Leitfaden, um meine einfachen Empfehlungen hierfür zu sehen.
- Investiere langfristig
Das Marktrisiko – die Schwankungen – ist das häufigste Risiko von ETFs. Diese treten vor allem kurzfristig auf. Setze daher auf langfristige, mehrjährige Investments, um Schwankungsrisiken zu mindern.
- Richtige ETF-Auswahl
Einfache Kriterien können viele Risiken minimieren oder ganz ausschließen. Wähle ETFs mit einem hohen Fondsvolumen (idealerweise mehrere Milliarden Euro oder USD) und du minimierst jegliches Liquiditätsproblem. Wähle stets physisch replizierende ETFs, und du schließt das Ausfallrisiko aus.
- Disziplin
Es wurde schon oft gesagt, aber Investieren ist ein Marathon und kein Sprint. Halte Kurs, halte durch und beschäftige dich nicht zu sehr mit deinem Depot und den Ratschlägen und Tipps von anderen. Dein Kapital braucht Ruhe zum Wachsen – gib sie ihm!





