Dies ist der erste Teil meiner zweiteiligen Artikelserie über das Thema „Sparen allein reicht nicht!“. Hier findest du den nächsten Teil:
Hier geht’s zu Teil 2: Geldanlageverhalten auf dem Prüfstand
Als Olaf Scholz 2019, damals designierter FINANZMINISTER, in einem Interview äußerte, privat auf das Sparbuch und Girokonto zu setzen, dachte ich, ich höre nicht richtig. Nein, ich wurde sogar etwas wütend, weil ich von einem Finanzminister doch deutlich mehr erwartet hätte…
Allerdings ist es sein Geld, und was er damit macht oder wie er es anlegt, geht mich nun herzlich wenig an.
Dennoch geht von dieser Aussage eine gewisse Signalwirkung aus. Denn wenn es der Finanzminister macht, kann es ja nicht so schlecht sein, oder? DOCH!
Wie jeder Sparbuchsparer oder Girokontoinhaber weiß, gibt es kaum bis gar keine Zinsen auf diese Anlageformen – so weit, so schlecht. Dafür ist mein Geld dort wenigstens sicher, unterliegt keinen Schwankungen und erhält seinen Wert. WIEDER FALSCH!
In Deutschland gibt es eine gesetzliche Einlagensicherung für Girokonten, Tages- und Festgelder sowie Sparkonten, welche Guthaben bis zu einem Wert von 100.000 Euro je Kunde absichert. In Finanzkrisenzeiten wie 2008/2009 lebt man mit einem höheren Betrag in diesen Anlageformen also äußerst gefährlich.
Das Inflations-Paradoxon: Warum 5.000 Euro nicht gleich 5.000 Euro sind
Des Weiteren ist es mit dem Werterhalt auch so eine Sache. Nominal mag das stimmen: 5.000 Euro auf dem Sparbuch werden 5.000 Euro bleiben. Aber die europäische Zentralbank strebt ein langfristiges und dauerhaftes Inflationsziel von 2 Prozent an. Im Jahr 2019, dem Jahr des oben genannten Scholz-Interviews, lag die Inflationsrate in Deutschland beispielsweise bei 1,4 Prozent.
Nach 10 Jahren mit 2 Prozent Inflation sind die 5.000 Euro auf dem Sparbuch also nur noch etwa 4.085 Euro wert. Nicht, weil der Wert nominal abgenommen hat, sondern weil die Preise gestiegen sind und man sich für diese 5.000 Euro einfach entsprechend weniger kaufen kann.
Dieser Umstand ist den meisten Deutschen sicherlich bewusst – schließlich spürt ja jeder, dass „immer alles teurer wird“, dennoch hat diese Erkenntnis in der Praxis erschreckend wenig Auswirkungen auf das eigene Verhalten.
Wie wenig Auswirkungen das hat, warum das so ist und was Abhilfe schaffen kann, liest du in Teil 2: Geldanlageverhalten auf dem Prüfstand.





