Das umlagefinanzierte Rentensystem am Ende – droht eine Altersarmut?

Nahaufnahme der Hände eines Seniors, die wenige Euromünzen halten – Symbolbild zum Ende des umlagefinanzierten Rentensystems.

Immer wieder liest man in den Medien solche und ähnliche „Aufmacher“, um auf ein seit Jahrzehnten bestehendes Problem in unserem Rentensystem hinzuweisen – oft mit dem Verweis auf die seit Jahren steigenden Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt für die Rentenversicherung.

Kritiker halten jedoch entgegen, dass der Anteil der Bundeszuschüsse, gemessen an der Wirtschaftskraft, über die letzten 20 Jahre sogar gesunken ist.

Der Generationenvertrag: Wie das umlagefinanzierte System funktioniert

Fakt ist: Deutschland hat ein umlagefinanziertes Rentensystem, in dem der „Generationenvertrag“ besagt, dass die Jüngeren mit ihren Beiträgen die Rente der Älteren finanzieren. Dieses System macht auch durchaus Sinn, wenn man über eine vergleichsweise junge Bevölkerung verfügt, welche eine überschaubare Anzahl älterer Menschen mit ihren Beiträgen finanziert.

Nun ist es aber kein Geheimnis mehr, dass wir seit Jahrzehnten einen demografischen Wandel erleben, der dafür sorgt, dass aktuell noch grob zwei Beitragszahler für einen Rentner aufkommen, während in den 1960er Jahren einem Rentner noch sechs Beitragszahler gegenüberstanden.

Gerade aktuell rückt dieses Phänomen verstärkt in den Mittelpunkt, da die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten „Babyboomer-Generation“ in den Ruhestand eintreten und somit eine große Kohorte der arbeitenden Bevölkerung von Beitragszahlern zu Rentenempfängern wird.

Wirtschaftskrise und Staatsfinanzen: Das Ende der Belastbarkeit?

Hinzu kommt eine tiefe Krise der deutschen Wirtschaft, bedingt durch verstärkte internationale Konkurrenz, hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie, geopolitische Unsicherheiten, Versäumnisse in Bildung, Migration und Integration usw. und usw.

Es stellt sich die Frage, ob die Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt in die Rentenversicherung auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen können, während die Staatsverschuldung und die Zinsausgaben wachsen, die Steuereinnahmen bei einer schrumpfenden Wirtschaft abnehmen oder verharren und ein möglicher „Herbst der Reformen“, um das Land wieder fit zu machen, eher zu einem Winterschlaf der deutschen Politik verkommt.

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