Mehr Geld, mehr Konsum, weniger Freiheit (1/2): Lifestyle-Inflation

Aufnahme einer Person die im Hamsterrad läuft, umgeben von zahlreichen Konsumgütern – Symbolbild für die Lifestyle-Inflation.

Dies ist der erste Teil meiner zweiteiligen Artikelserie über das Thema „Mehr Geld, mehr Konsum, weniger Freiheit“. Hier findest du den nächsten Teil:

Teil 2: Ausbruch aus dem Hamsterrad


Kein Geld trotz Lohnerhöhung

Vielleicht hast du schon meinen Artikel über den „Alltagstipp Haushaltsbuch – der Gamechanger für deine Finanzen“ gelesen, und möglicherweise hast du dich beim Lesen gefragt:

Warum soll ich mich überhaupt durch das Haushaltsbuch selbst disziplinieren?

Nun ja, damit du dem Hamsterrad der Lifestyle-Inflation entfliehen kannst. Was meine ich damit?
Nehmen wir an, du bist Azubi oder Student. In dieser Lebensphase sind deine Einnahmen meist überschaubar – ein mageres Azubi-Gehalt oder du lebst als Student von BAföG oder einem Nebenjob. Logischerweise geht in dieser Phase das meiste Geld einfach für das Leben drauf: Miete, Lebensmittel, Kleidung, Transport,
…am Monatsende bleibt meist nichts übrig.

Irgendwann beendest du diese Phase und startest ins Berufsleben, dass Geldverdienen beginnt – das finanzielle Leben wird einfacher.
Aber irgendwie folgt nach kurzer Zeit eine gewisse Ernüchterung. Am Monatsende ist auch jetzt nicht viel mehr übrig als vorher. Ungeplante Anschaffungen wie eine kaputte Waschmaschine oder eine plötzliche Autoreparatur werden zur Belastung, die dich in manchen Monaten ganz schön ins Schwitzen bringt.

Wie kommt das? Hello, Lifestyle-Inflation!

Der eine Punkt, den du nämlich übersehen hast und wahrscheinlich auch schon gar nicht mehr bemerkst, ist, dass sich dein Lebensstil seit deiner Azubi- oder Studentenzeit völlig verändert hat. Während du vorher noch bei deinen Eltern, im Studentenwohnheim oder einer WG gewohnt hast, hast du nun eine eigene Wohnung. Diese möchte gefüllt werden mit neuen Möbeln, einem größeren Fernseher und diversem anderem Kram.

Früher bist du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit oder Uni fahren (oder musstest es tun) – heute hast du ein Auto. Natürlich nicht so eine alte Klapperkiste, sondern etwas Vernünftiges, vielleicht sogar einen Neuwagen. Den musstest du allerdings finanzieren und einen teuren Kredit aufnehmen, weil dir das Eigenkapital fehlte.

In deiner Studenten- oder Ausbildungszeit hast du abends mit den Jungs oder Mädels zusammen gekocht, weil die Mittel knapp waren. Heute geht ihr öfter ins Restaurant. Wenn du früher essen gegangen bist, hast du dreimal überlegt, was du dir von der Karte bestellst und ob es ins Budget passt; heute isst und trinkst du, worauf du Lust hast. Urlaube fanden früher gar nicht statt – wovon denn auch? Heute gönnst du dir kostspielige, schöne Fernreisen.

Dieses beschriebene Phänomen nennt man Lifestyle-Inflation und es bedeutet, dass Menschen ihre Ausgaben erhöhen, sobald ihr Einkommen steigt, weil sie davon ausgehen, dass sie sich ja nun all die Dinge, die ich oben erwähnt habe, leisten können. Das Problem hierbei ist, dass das Sparpotenzial im Vergleich zu vorher meist unverändert bleibt und das steigende Einkommen zu keiner wachsenden finanziellen Freiheit führt, sondern dieselben Finanzsorgen herrschen wie zuvor.

Kommt dir das bekannt vor?

Dann lies hier weiter in Teil 2: Ausbruch aus dem Hamsterrad!

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