Autokosten & Freiheit (2/5): Wenn Alternativen zum PKW fehlen

Schwarz-weiß-Aufnahme eines Kindes, das die Hände vor sein Gesicht hält. Rechts und links des Kindes sind Fragezeichen zu sehen – Symbolbild für die Frage nach einer Alternative für einen eigenen PKW.

Dies ist der zweite Teil meines fünfteiligen Erfahrungsberichtes über die realen Kosten des Autofahrens auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Hier findest du den vorherigen Teil:

Teil 1: Das Auto als Bremsklotz?


Autobesitzer wider Willen – Alternativen? Fehlanzeige!

Kommen wir in den folgenden Teilen also zu den harten Zahlen und Fakten! Vorab: Über einen so langen Zeitraum diese Daten zusammenzutragen, war doch mehr Arbeit als gedacht, aber dafür auch mit einem für mich überraschenden Ergebnis.

Ich wusste zwar, dass ich insbesondere in den frühen Jahren meiner Reise in die finanzielle Freiheit erbittert um jeden Euro gekämpft habe – selbstverständlich auch beim Thema Auto -, aber wie die Bilanz letztlich ausfallen würde, war mir nicht ganz klar.

Ich habe im Allgemeinen ein eher schlechtes technisches Verständnis und besitze keinerlei Faible für Autos, weshalb ich mich auf diesem Feld stets etwas verloren fühlte. Einerseits war und bin ich massiv abhängig von Anderen und deren Fachwissen, wenn es um den Erwerb, die Instandhaltung und Reparatur eines Fahrzeuges geht. Andererseits besteht auch eine Abhängigkeit gegenüber dem Fahrzeug an sich: Es MUSS funktionieren!

Ich wohne mehr oder weniger auf dem Land, und die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schlecht bzw. extrem mühsam. Meine Arbeitsplätze lagen stets relativ weit von meinem Wohnort entfernt und wiesen ebenfalls eine schlechte Anbindung an die Öffentlichen auf. Fahrrad? Puh, vielleicht wäre es teilweise möglich gewesen, aber dauerhaft? Ich denke, das ist völlig unrealistisch. Ich hätte mir viel zu viel Zeit „ans Bein gebunden“. Bei einfachen Wegstrecken von 30 bis zu 70 Kilometern wäre mir die Lust schnell vergangen – erst recht bei Wind und Wetter und zu den verrücktesten Uhrzeiten im Schichtdienst. Ein solcher Spar-Wahn wäre für mich unmöglich durchzuhalten gewesen.

Also musste zwangsläufig irgendwann ein Auto her.

Mein erstes Fahrzeug war ein Jahreswagen – ein VW Golf 6 1.2 TSI –, den ich am 20.09.2012 für sage und schreibe 12.625 Euro kaufte, etwa drei Monate vor meinem 20. Geburtstag.


Das war damals so ziemlich alles, was ich an Geld hatte. Vielleicht liehen mir meine Eltern sogar noch etwas; ich weiß es nicht mehr so genau.

Ich erinnere mich aber noch an die Worte meines Vaters: „Das erste Auto muss richtig weh tun (er meinte natürlich finanziell), damit man es zu schätzen weiß!“

Nun, es tat weh. All das Geld, das über die Kindheit hinweg von den Großeltern aufs Sparbuch gewandert war, dazu Einnahmen aus Ferienjobs und Jugendweihe und schließlich über ein Jahr Azubigehalt mit ordentlicher Sparquote – alles wurde in ein Auto investiert.

Von hier aus muss ich einen kleinen Sprung machen, denn die Aufzeichnungen meines Haushaltsbuches beginnen erst im Februar 2014. Die ersten 16 Monate meiner „Autobesitzerkarriere“ müssen also unberücksichtigt bleiben.

Dieses erste Fahrzeug fuhr ich bis November 2021 – also knapp neun Jahre – und legte insbesondere in der Anfangszeit oft bis zu 30.000 Kilometer im Jahr zurück. Es war eine Zeit, in der ich viel Nervenkitzel erlebte: ein fremdverschuldeter Unfall auf der Autobahn, selbst verschuldete Rempler beim Ausparken, Wildunfälle und nervenaufreibende Reparaturen – natürlich immer mit dem Ziel, es so günstig wie möglich zu halten. Es war ein ständiges Auf und Ab.

Hier geht’s weiter zu Teil 3: Youngtimer vs. Neuwagen!

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