Dies ist der dritte Teil meines vierteiligen Erfahrungsberichtes über das Thema Wohnen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Der Überblick
Teil 2: Die Grenzen des Minimalismus
Zwischen Wohnheim und Hotel Mama – Erfahrungen eines Spätzünders
Deshalb ist es mir völlig egal, wenn jemand auf meine Geschichte schaut und sich darüber amüsiert, wie lange ich bei meinen Eltern gewohnt habe. In meiner Ausbildungszeit fehlte mir das Geld für eine eigene Wohnung, weshalb ich in einem Wohnheim an meinem Ausbildungsort unterkam. Dort fühlte ich mich, trotz überschaubarer Kosten (es waren vielleicht 100 Euro im Monat?), in einem Zwei-Personen-Zimmer mit Durchgangsbad zu einem weiteren Doppelzimmer, nicht wohl. Der nächste Anlauf in ein Einzelzimmer, mit leicht höheren Kosten (vielleicht so 140 Euro?), mit großem Gemeinschaftsbad, aber in einem absolut in die Jahre gekommenen uralten Backsteingebäude, war für mich noch schlimmer. Ich bin von Haus aus nicht unbedingt der Extrovertierteste und knüpfe nicht schnell Kontakt zu neuen Leuten oder lebe mich irgendwo schnell ein. So fühlte ich mich dort, in den kleinen, dunklen Zimmern, einsam und unwohl. Nach wenigen Monaten zog ich wieder zurück zu meinen Eltern.
Zur damaligen Zeit war ich nach der Statistik damit in guter Gesellschaft. Im Durchschnitt ziehen junge Männer in Deutschland im Alter von 24,5 Jahren aus dem Elternhaus aus – und damit im EU-Schnitt sogar vergleichsweise früh.
Nach dem Ende meiner Ausbildung und einem beruflichen Standortwechsel in eine größere Stadt folgte dann meine erste eigene Wohnung bzw. eine WG mit einer ehemaligen Klassenkameradin. 750 Euro Miete zzgl. 26 Euro für Strom und 48 Euro für Gas – das waren die Konditionen meiner ersten Wohnung. Das Ganze für, ich glaube, 77 Quadratmeter. Meine Mitbewohnerin war nur ca. alle 3 Monate für jeweils knapp 3 Monate da und steuerte dennoch 300 Euro im Monat zur Miete bei.
All das war, bevor ich mich bewusst entschloss, mich auf den Weg in die finanzielle Freiheit zu machen.
Ich war zwar schon immer relativ sparsam, aber eben nicht mit System, auf ein Ziel hinarbeitend. Ich war auch relativ planlos, was Finanzthemen anging oder eben „Alltagsgeschäfte“ wie Miet-, Strom- und Gasverträge etc.
Aus heutiger Sicht – und eigentlich auch aus damaliger – war die Wohnung schon zu groß, insbesondere wenn meine Mitbewohnerin nicht da war. Geprägt durch die Zeit in den Wohnheimen, war „Wohlfühlen“ sehr wichtig für mich, und so wählte ich eher eine etwas teurere und größere Wohnung, als eine die mir rein optisch nie zugesagt hätte. Auch 2013 war das Angebot schon beschränkt, und es gibt eben Grenzen der Sparsamkeit.
Nach einem Jahr änderte sich mein Arbeitsort aber schon wieder, und da es absehbar war, dass dies nicht das letzte Mal sein würde, machte ein erneuter Rückzug ins Elternhaus Sinn. Denn mittlerweile schrieben wir das Jahr 2014, und wer im „Über mich“-Artikel aufgepasst hat, weiß, dass in diesem Jahr meine Rags-to-Riches-Reise begann.
Hier geht’s zum letzten Teil der Wohnen-Artikelserie – Teil 4: Ungewöhnlich wohnen für die Unabhängigkeit





