Dies ist der letzte Teil meines vierteiligen Erfahrungsberichtes über das Thema Wohnen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Der Überblick
Teil 2: Die Grenzen des Minimalismus
Teil 3: Mein holpriger Weg am Wohnungsmarkt
Dies änderte auf vielen meiner Spielfelder einiges, denn nach und nach nahm ich nun jede Ausgabe unter die Lupe und versuchte, diese zu optimieren. Da war natürlich klar, dass das Thema „Wohnen“ als einer der größten wiederkehrenden Kostenblöcke recht zügig auf der Tagesordnung stand.
Was war mir bei dem Thema wichtig und was beeinflusste meine Entscheidung? Einerseits hatte ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich in einer fremden Stadt nur schwer „einleben“ kann und mir mein gewohntes soziales und heimatliches Umfeld als Wohlfühlfaktor fehlt. Andererseits musste ich, bestenfalls, eine gewisse Nähe zu meinem Arbeitsort haben. Weiterhin, ging ich stets davon aus, dass ich sehr gut mit mir alleine klarkomme, und hätte nie gedacht, wie sehr Einsamkeit ein Thema werden könnte – insbesondere, wenn man nicht der Typ ist, der schnell neue und enge Bekannt- oder Freundschaften schließt. Schlussendlich, musste ich zudem die Kosten im Blick haben und – das war ebenfalls neu – die Zeit; denn in der nun folgenden Phase meines Lebens kamen nach und nach immer mehr Nebenjobs dazu.
Gesellschaftliche Erwartungen ignorieren – Mein Fazit nach 9 Jahren Elternhaus
Nun kam jene lange Phase in meiner Wohn-Historie, die immer wieder Schmunzeln und Kopfschütteln hervorrief: Ich verbrachte fast meine gesamten 20er-Jahre, bei meinen Eltern mit im Haus lebend.
Niemand verstand es, aber es verband einfach alle Punkte:
- ich hatte mein gewohntes soziales und heimatliches Umfeld
- ich fühlte mich nicht einsam, weil meine Eltern um mich herum waren und somit noch etwas Leben im Haus war
- die Kosten, in Form von Mietzahlungen, würden innerhalb der Familie „zirkulieren“ statt sie einem fremden Vermieter zu zahlen
- die Nähe zum Arbeitsort war die ersten zwei Jahre nicht gegeben, konnte ich dann allerdings realisieren und
- bei meinem Zeitmangel unterstützten sie mich glücklicherweise ebenfalls, indem sie mir sehr oft helfend zur Seite sprangen – an dieser Stelle nochmals tausend Dank dafür <3
Dem entgegen stand die gesellschaftliche Erwartung, zeitnah aus dem Elternhaus auszuziehen und „Hotel-Mama“ hinter sich zu lassen. Vielleicht wäre das „normal“ gewesen, aber ich war eben nicht „normal“: Ich hatte ein großes Ziel vor Augen, habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und ich kam mir nicht dumm dabei vor – es war aus den kumulierten Punkten einfach der logische Schritt.
Vielleicht ist das etwas, was du für dich hieraus mitnehmen kannst:
Versuche nicht, eine gesellschaftliche Erwartung zu erfüllen, sondern wähle einen für dich passenden Weg, auch wenn er ungewöhnlich erscheint und Kopfschütteln und Stirnrunzeln hervorrufen wird.
Vielleicht hast du ebenfalls eine eher ungewöhnliche Wohnsituation, wie z.B.:
- im Wohnmobil,
- im Tiny House,
- auf einem Hausboot,
- in einem Mehrgenerationenhaus,
- in einer WG, obwohl du längst kein Student mehr bist,
- in einer „eher als schlecht empfundenen Wohngegend“ die scheinbar nicht zu deinem höheren Einkommen passt
- usw. usw…
Ich denke, es gibt so einige Wohnkonzepte, die gesellschaftlich nicht gerade als gewöhnlich und üblich gelten, aber dennoch für den Einzelnen enorme, auch finanzielle, Vorteile bieten können. Und darum geht es doch, dass DU dich wohl fühlst und fein damit bist.
Für mich kam dann mit 30 die Zeit, in der sich dann doch an meiner altbewährten Wohnsituation etwas änderte. Hierfür waren allerdings eher private Gründe ausschlaggebend.
Unter anderem hatte ich nun eine feste Partnerin, und so kam es, dass ich vor ca. zwei Jahren endgültig bei meinen Eltern auszog und in eine für zwei Personen völlig ausreichende 2-Zimmer-Wohnung mit 60 Quadratmetern zog. Ich denke, hier verbleiben wir dann auch erst einmal – zumindest bis sich weitere Veränderungen abzeichnen. Der Vollständigkeit halber: Die Kosten für diese Wohnung liegen aktuell bei 480 Euro kalt und 680 Euro warm. Bei einer Nettokaltmiete von 8 Euro pro Quadratmeter liege ich damit ziemlich nah am deutschlandweiten Durchschnitt der Angebotsmieten für Bestandswohnungen von 8,80 Euro pro Quadratmeter.
In einem separaten Artikel werde ich euch meine Nebenkosten verraten und einfache Tipps geben, diese zu verringern.





