Dies ist der vierte Teil meiner fünfteiligen Artikelserie über das Thema „Keine Rendite ohne Risiko – Die Risiken der Aktien-ETF-Anlage“. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Keine Rendite ohne Risiko – Das Fundament
Teil 2: Indexrisiko & die Gefahr von Themen-ETFs
Teil 3: Währungsrisiko – Der unsichtbare Faktor
Sondervermögen vs. Kontrahentenrisiko: Wie sicher ist dein Geld?
ETFs bilden die Wertentwicklung eines zugrundeliegenden Index nach, und dafür gibt es zwei Replikationsmethoden.
- Vollständig replizierende ETFs, die den zugrundeliegenden Index eins zu eins über die entsprechenden darin enthaltenen Aktien abbilden. Diese nennt man physische ETFs, und ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass ich diese empfehle. Sie bergen KEIN Ausfallrisiko. Das in diesen börsengehandelten Indexfonds angelegte Investmentvermögen gilt als Sondervermögen. Du brauchst dich also im Insolvenzfall des ETF-Anbieters nicht zu sorgen, dass dein Geld verloren ist.
- SWAP-ETFs (oder auch synthetisch replizierende ETFs), bei denen durchaus ein Ausfallrisiko besteht. Hier werden die im Index enthaltenen Aktien nicht tatsächlich physisch gekauft, sondern die Wertentwicklung des Index mittels eines Tauschgeschäfts zwischen dem ETF-Anbieter und einer Bank abgebildet. Dieser Kontrahent – in diesem Fall die Bank – könnte in Zahlungsschwierigkeiten kommen und somit die Wertentwicklung nicht mehr garantieren (daher nennt man das Ausfallrisiko unter anderem auch Kontrahentenrisiko).
Um es nicht weiter zu verkomplizieren, gehe ich hier nicht weiter auf SWAP-ETFs ein. Meine klare Empfehlung lautet: Physisch replizierende ETFs!
So, gleich geschafft! Wir kommen schon zum vorletzten Punkt…
Das Liquiditätsrisiko: Wenn der Handel plötzlich stockt
Ich halte dir hier stets mantraartige Vorträge darüber, dass du in Aktien oder Aktien-ETFs investieren sollst, um langfristig am Wachstum der Weltwirtschaft teilzuhaben und dir ein Vermögen aufzubauen. Irgendwann kommt aber der Tag, an dem du dein schönes und hoffentlich erfolgreiches Investment wieder zu Geld machen willst. Der Zahltag ist gekommen, und du möchtest ETF-Anteile verkaufen.
Hier könnte ein Liquiditätsrisiko auftreten. Das heißt, dass wenn dein ETF nicht liquide genug ist – also es nicht genügend Käufer und Verkäufer gibt -, ein Engpass entstehen kann. Das wiederum bedeutet, dass du möglicherweise nicht sofort oder zu einem deutlich schlechteren Kurs verkaufen kannst.
Diese Liquiditätsprobleme äußern sich meist durch einen hohen Spread (auch Geld-Brief-Spanne genannt), der den Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers angibt. Den Spread eines ETFs kannst du auf der jeweiligen Handelsplattform ablesen.
- Ein niedriger Spread steht dabei für eine hohe Liquidität.
- Ein hoher Spread bedeutet, dass der ETF wenig gehandelt wird.
Um dem Liquiditätsrisiko zu entgehen, investiere in große ETFs mit einem hohen Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro. Alle ETFs, die ich dir empfehle – wie in meinem kurzen ETF-Leitfaden -, haben ein Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro und sind damit extrem liquide.
Kommen wir zum letzten Risiko…
Hier geht’s weiter mit Teil 5: Das größte Risiko bist DU – und wie du es minimierst.





