Hör auf Lotto zu spielen (2/5): Der Wunsch nach Freiheit und die Falle der Passivität

Aufnahme eines übergewichtigen Mannes vor einem beleuchteten Lottostand bei Nacht. Ein Symbolbild für den Wunsch nach Freiheit und das Lottospielen als Ersatzhandlung für echte Veränderung.

Dies ist der zweite Teil meiner fünfteiligen Artikelserie über das Thema „Hör auf Lotto zu spielen und nimm dein Leben endlich selbst in die Hand!“. Hier findest du den vorherigen Teil:

Teil 1: Die gefährliche Illusion vom schnellen Glück


Warum der Lottoschein zur Ersatzhandlung für echte Veränderung wird

Warum also der Lottoverweis?

Nun, ich bin ja nicht bescheuert, ich weiß schon, was er damit sagen möchte – ihn nervt die Arbeitssituation, der Schichtdienst, vielleicht die Kollegen und/oder Vorgesetzten, und so weiter und so weiter…Klar, jeder kennt das, und hat mal die Schnauze voll und wünscht sich einfach Abstand und Freiheit von allen Zwängen.

So weit, so logisch! Aber da ist das Erste, was mir in den Sinn kommt: Lottospielen???

Natürlich steht ein Lotto-Millionen-Gewinn für Freiheit und sogenanntes Fuck-You-Money. Ein plötzlicher und unerwarteter Geldregen, der dich scheinbar von allen Lasten und Problemen im Alltag befreit – eine Art göttliche Erlösung, bloß in der modernen Form des Kapitalismus.

Aber mal ehrlich – wie wahrscheinlich ist das?

Mein Kollege ist ja nicht dumm, er kennt die groben Wahrscheinlichkeiten sicher, aber trotzdem klammert er sich an die vage Hoffnung.

Vielleicht ist das der Punkt, die Hoffnung – die stirbt ja bekanntlich zuletzt, und an irgendwas muss der Mensch ja glauben.

Was ich mir rational aber eher vorstellen kann, ist, dass es vermeintlich einfach ist – die Menschen sind bequem. Das wirkt jetzt vielleicht hart, aber zum Lottospielen bedarf es ja nicht viel. Etwas Geld in der Tasche, ein paar Zahlen ankreuzen und dann hoffen und warten – man muss nicht mal lange warten, die nächste Ziehung steht bald an!

Was heißt das? Man gibt die Verantwortung ab – die Lostrommel (oder wie man das Ding nennt) entscheidet am Ende, wie mein zukünftiges Leben aussieht. Entweder schwimme ich im Geld und kann das „Jet-Set-Leben“ führen, von dem ich träume, oder ich stecke hier unten weiter in der Scheiße. So oder so ähnlich zumindest, du weißt, worauf ich hinauswill.

Hier geht’s weiter zu Teil 3: Warum Lottogewinner oft alles wieder verlieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert