Dies ist der letzte Teil meiner fünfteiligen Artikelserie über „Smarte Entnahmestrategien“. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Die 4 %-Regel einfach erklärt
Teil 2: Steuern sparen mit dem Grundfreibetrag
Teil 3: Krankenkassenbeiträge für Privatiers
Teil 4: ETF-Teilfreistellung und FIFO-Tricks
Die Abrechnung: So viel Netto bleibt nach Steuern und GKV
Nun kommen wir zur finalen Steuerrechnung, die in der Übersicht dann so aussieht:
| Posten | Betrag | Erläuterung |
|---|---|---|
| Relevanter Gewinn | +15.680,00 € | Basis nach Teilfreistellung |
| Sparer-Pauschbetrag | -1.000,00 € | Dein Freibetrag für Kapitalerträge |
| Sonderausgaben (KV/PV) | -4.726,44 € | Dein gezahlter Krankenkassenbeitrag |
| Zu versteuerndes Einkommen | 9.953,56 € | Das ist der entscheidende Wert |
Da dein zu versteuerndes Einkommen mit 9.953,56 € deutlich unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € liegt, zahlst du in diesem Fall 0 € Einkommensteuer.
Deine abschließende Netto-Bilanz würde so aussehen:
| Position | Monatlich | Jährlich |
|---|---|---|
| Depot-Entnahme (Brutto) | 2.666,67 € | 32.000,00 € |
| Einkommensteuer | 0 € | 0 € |
| Krankenkasse & Pflege | -393,87 € | -4.726,44 € |
| Dein Netto | 2.272,80 € | 27.273,56 € |
Einzige Voraussetzung für diese smarte Steuervermeidungs-Taktik ist, dass du in deiner Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragst.
Bonus-Tipp für maximale Optimierung: Wer die monatlichen 393,87 € für die GKV komplett eliminieren will, sucht sich einen Midijob (ab 603,01 € im Monat im Jahr 2026). Da du dadurch pflichtversichert bist, fallen deine Kapitalerträge bei der Krankenkasse komplett unter den Tisch. Du bist für ein paar Euro Sozialabgaben vom Gehalt voll krankenversichert und bleibst trotzdem auf sicherem Kurs für die KVdR im Alter. Das ist der ultimative Hebel für Privatiers.
Bei all den Informationen muss ich allerdings noch ein paar weitere Hinweise geben:
Zuallererst handelt es sich hierbei um aktuelle Werte aus dem Jahr 2026, die in der Zukunft auf keinen Fall konstant bleiben werden. Der Grundfreibetrag ändert sich nahezu jährlich, ebenso verhält es sich mit den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Weiterhin bin ich kein Steuer- oder Krankenversicherungsberater. Das heißt, wenn euch das Thema interessiert und ihr tiefer einsteigen wollt, kommt ihr nicht drumherum, euch dort selbst etwas reinzuknien oder euch an einen Profi zu wenden.
Außerdem touchiere ich das ganze Thema der Entnahmestrategien, aber auch der Steuer- und Krankenversicherungsoptimierung hier nur – in diesem Feld gibt es etliche Abzweigungen und Möglichkeiten, tiefer einzusteigen, je nach persönlichem Profil.
Ich gehe beispielsweise überhaupt nicht auf die private Krankenversicherung und die Unterschiede zur gesetzlichen ein. Ich gehe nicht darauf ein, wann ein Wechsel Sinn macht oder wie das Ganze für Beamte aussieht.
All diese Dinge erfordern, dass man sich in die jeweiligen Themen doch etwas reinliest und eine gewisse Leidenschaft dafür entwickelt.
Hier geht es aber um simple Strategien für jedermann, die sich nicht permanent mit Finanzen beschäftigen und alles bis ins Kleinste optimieren möchten.
Sieh diesen Artikel eher als kleinen Appetizer, dass man trotz eines Millionendepots (oder nahe dran) steuerlich als Geringverdiener zählen kann und man seine Steuern und Abgaben aktiv beeinflussen kann.





