Dies ist der zweite Teil meiner dreiteiligen Artikelserie über „Das 8. Weltwunder und wie du den Zinseszinseffekt optimal für deinen Vermögensaufbau nutzt“. Hier findest du den vorherigen Teil:
Teil 1: Was ist der Zinseszinseffekt wirklich?
Dazu habe ich nochmal zwei Beispiele, die jegliche Vorstellungskraft sprengen.
Das Beispiel des Josephspfennigs: Wenn der Zinseszins ein Schwarzes Loch erzeugt
Das erste ist das Abstrakteste, und zwar das Beispiel des Josephspfennigs. Hier wird angenommen, dass Joseph im Jahre 0, zu Jesu Geburt, fiktiv einen Cent bei der örtlichen Sparkasse oder jeder anderen Großbank des Römischen Reiches zu einem Zinssatz von 5 % p.a. angelegt hätte. In einem Beispiel wird mit Zinseszins gearbeitet (mit exponentiellem Wachstum) und in dem Gegenbeispiel kommt es zu einer jährlichen Auszahlung der Zinsen (ohne exponentielles Wachstum).
Nun? Irgendwelche Tipps? Ich bin gespannt, denn was nun folgt, ist für das menschliche Gehirn nicht greifbar. Während bei einer jährlichen Zinsauszahlung (ohne exponentielles Wachstum) nach 2026 Jahren mal gerade ein Wert von 1,02 Euro zustande kommt, landen wir mit Zinseszinseffekt bei:
21.821.503.774.280.000.000.000.000.000.000.000.000.000,00 Euro
Da diese Zahl unaussprechlich ist, ein weiterer Goldvergleich dazu. Diese astronomische Zahl in Gold aufgewogen, würde über 100 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold entsprechen oder 80.000 Sonnen aus purem Gold! Würde Joseph zur Bank gehen und diesen Betrag in Gold abheben wollen, wäre sein Kontostand so schwer, dass er unter seinem eigenen Gewicht zu einem Schwarzen Loch kollabieren würde, welches das ganze Sonnensystem vernichtet (kein Spaß, sondern physikalischer Fakt!).
Elon Musk vs. 2000 Jahre Arbeit: Wie reich ist „superreich“ wirklich?
Falls dieses Beispiel zu realitätsfern ist, habe ich noch ein weiteres, aktuelleres, welches ebenfalls die Vorstellungskraft sprengt und unser Gefühl für Zahlen auf die Probe stellt. Immer wieder hören und lesen wir von den Superreichen unserer Zeit, aber wie reich ist dieses „superreich“ wirklich? Immer wieder ist die Rede davon, dass Elon Musk demnächst zum ersten Billionär der Welt werden könnte. In den aktuellen Forbes-Rankings wird er mit etwa 839 Milliarden Dollar geführt.
(Anmerkung: Ich habe diesen Artikel bereits vor einigen Monaten geschrieben, aber erst jetzt veröffentlicht – zwischenzeitlich ist Musk durch den SpaceX-Börsengang bereits zum Billionär aufgestiegen.)
Diese Zahlen sind gigantisch, aber weil sie oft rezitiert werden, geht einem das Gefühl dafür etwas verloren.
Zur kurzen Veranschaulichung: Wenn wir uns in das Jahr 0 zurückbeamen und seit 2026 Jahren (das entspricht inklusive Schaltjahren ca. 740.000 Tagen) jeden einzelnen Tag 500.000 Euro gespart hätten. JEDEN EINZELNEN TAG! Hätten wir mal gerade 370 Milliarden Euro! Das ist beim aktuellen Euro-Dollar-Kurs mal gerade die Hälfte des Vermögens von Elon Musk!
Ich weiß nicht, wie es dir geht; solche Hunderte-Milliarden-Beträge hört man heutzutage ja öfter in den Medien und irgendwie ist es fast zur Normalität geworden, aber was das konkret bedeutet – anschaulich gemacht an solchen Beispielen – ist immer noch unbegreiflich für mich.
Und da schlägt sich für mich auch die Brücke zum Anfang und dem „Einstein-Zitat“ bezüglich des achten Weltwunders.
Hier geht’s weiter zu Teil 3: So nutzt du den Zinseszins für deinen Vermögensaufbau.





