Dies ist der letzte Teil meiner dreiteiligen Artikelserie über „Das 8. Weltwunder und wie du den Zinseszinseffekt optimal für deinen Vermögensaufbau nutzt“. Hier findest du die vorherigen Teile:
Teil 1: Was ist der Zinseszinseffekt wirklich?
Teil 2: Josephspfennig & Elon Musk – Exponentielles Wachstum verstehen
Doch was bedeutet das jetzt für dich konkret und wie kannst du dieses „Wunder Zinseszins“ ebenfalls nutzen? Denn eine Sache ist klar: Ganz egal wie du dazu stehst, ob du es ungerecht findest, unbegreiflich oder es als Wunder titulierst, es ist ein mathematischer Fakt, der entweder für dich oder gegen dich arbeitet.
Das Gegen-dich-Arbeiten, im Sinne von Zinseszinsen auf Schulden, ist in Deutschland für Privatpersonen gesetzlich verboten, allerdings ist ein Nichtnutzen des Zinseszinses auf vorhandenes Vermögen eigentlich gleichbedeutend mit einem „Gegen-dich-Arbeiten“. Warum? Nun, das macht das Warren Buffett zugeschriebene Zitat deutlich:
„Wenn du keinen Weg findest, im Schlaf Geld zu verdienen, wirst du arbeiten, bis du stirbst.“
Das siehst du auch an dem Beispiel mit Elon Musk. Selbst für den unmöglichen Fall, dass du über 2000 Jahre lebtest und jeden einzelnen Tag die Wahnsinns-Bezahlung von 500.000 Euro für deine Arbeit erhalten hättest und du nur von Luft und Liebe gelebt und alles gespart hättest, würde es dich mal gerade halb so reich wie Elon Musk machen. Nun will nicht jeder so reich sein wie Elon Musk, aber ein sorgenfreies finanzielles Auskommen wünscht sich doch jeder, denke ich.
Im Gegensatz zu dieser gesetzlichen Schuldenregelung in Deutschland für Privatpersonen, läuft es auf der „großen Bühne der Weltwirtschaft“, für Staaten, allerdings völlig anders. Hier kann der Zinseszins frei wirken, in alle Richtungen, und meist – aufgrund der Schuldenorgien verantwortungsloser Politiker – in die negative Richtung. So führt die Superkraft des Zinseszinses regelmäßig dazu, dass, wenn das Wirtschaftswachstum und die daraus generierten Einnahmen nicht ausreichen, um die Zinslast der Staatsschulden zu tragen, ganze Volkswirtschaften an der erdrückenden Schuldenlast zugrunde gehen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie der Zinseszins optimal für dich arbeitet
Doch wie arbeitet der Zinseszins nun optimal für dich?
Nun, das ist eigentlich gar nicht so schwer:
1. Schulden vermeiden
Zunächst einmal solltest du, wie gesagt, das Schuldenmachen vermeiden, denn auch wenn die deutsche Gesetzgebung dich gegen einen negativen Zinseszins weitestgehend schützt, sorgen die Schulden dafür, dass du beim Vermögensaufbau niemals aus dem Quark kommst. Es ist eine Schwerkraft, die dich immer wieder zu Boden zieht und dich dort behalten will. Natürlich gibt es auch unzählige Erfolgsgeschichten von Personen und Unternehmen, die mit reichlich Leverage (Krediten aka Schulden) gearbeitet haben und so mit einem größeren Hebel zu noch größeren Vermögen gekommen sind, aber dies ist auch stets ein Spiel mit dem Feuer! Geht dein Szenario nicht auf, hast du ein echtes Problem!
2. Überschuss erzielen
Wenn du nun dafür gesorgt hast, dass deine Finanzen geordnet sind und du monatlich einen „ausgeglichenen Haushalt“ vorweisen kannst – hier unterstützt dich bestmöglich natürlich das Führen eines Haushaltsbuches -, dann geht es an den nächsten Schritt: Erziele einen Überschuss! Das heißt auf Deutsch: Du musst einfach sparen – 10 %, 20 % deines Einkommens – whatever – Hauptsache, du bist im Plus, und je mehr du sparen kannst, desto besser für den Zinseszinsmotor!
3. Exponentielles Wachstum durch Sachwerte & ETFs
Vom Sparen allein entsteht natürlich kein Zinseszins, so viel sollte klar sein. Du brauchst eine Anlagemöglichkeit, die dir ein exponentielles Wachstum ermöglicht. Dafür gibt es erst einmal allerhand, denn der Zinseszins arbeitet ja bereits ab der kleinsten Summe und des kleinsten positiven Zinses. Das reicht dir natürlich aber nicht, weil du nicht 2000 Jahre Zeit hast wie beim Josephspfennig. Klassische Tages- und/oder Festgeldzinsen, eventuelle Zinsen aufs Girokonto oder Sparbuch – all das ist für echten exponentiellen Vermögensaufbau Mist. Die Zinsen sind viel zu gering und decken in den meisten Fällen nicht mal die übliche Inflationsrate ab.
Dein Schlüssel zum exponentiellen finanziellen Erfolg ist genau dort versteckt, wo er auch für Superreiche, wie aus dem Beispiel von Elon Musk, zu finden ist – in Sachwerten, also Unternehmensanteilen. Bevor du jetzt losrennst – nein, ich habe nicht gesagt, dass du in Tesla investieren sollst! Du sollst dir nur ein Beispiel daran nehmen. Elon Musk wurde nicht zum reichsten Menschen der Welt, weil er jeden Tag fleißig ins Büro lief und sein Gehalt sparte, sondern indem er einige der wertvollsten Unternehmen der Welt aufbaute und an diesen im großen Stil beteiligt ist.
Dort ist die geheime Superkraft des Zinseszinses auch für dich versteckt! Finde großartige Unternehmen und beteilige dich an diesen, ob an der Börse oder außerhalb, ob Einzelwerte oder einen ganzen Korb voll Aktien in einem ETF. Diese Strategie kann dir eine Rendite bescheren, die weit über dem üblichen Zins von Tages- oder Festgeldern liegt, und so einen wirklichen exponentiellen Hebel entfalten, ohne dass man 2000 Jahre alt werden muss.
Am simpelsten ist eine ETF-Strategie umzusetzen, die auf ein Investment in einen sehr breiten Aktienindex abzielt, wie ich es hier beschrieben habe. So eine Herangehensweise kann dir historisch eine Rendite von um die 6-10 % p.a. liefern und dir dabei helfen, die Inflation weit hinter dir zu lassen und vom exponentiellen Wachstum deines Vermögens zu profitieren.
Und wer weiß, wenn dein Vermögen lang genug wächst und es von Generation zu Generation weitergegeben wird, vielleicht bringen deine Kindes-Kindes-Kindes-usw. -Kinder irgendwann das Sonnensystem mit ihrem „Kontostand in Gold“ zum Kollabieren.
Dann können sie mit dem Finger auf meinen Text zeigen und sagen, ich hätte Schuld. 😊 Bis dahin: Viel Spaß mit dem 8. Weltwunder!





