Dies ist der erste Teil meiner dreiteiligen Artikelserie über „Das 8. Weltwunder und wie du den Zinseszinseffekt optimal für deinen Vermögensaufbau nutzt“. Hier findest du alle weiteren Teile:
Teil 2: Josephspfennig & Elon Musk – Exponentielles Wachstum verstehen
Teil 3: So nutzt du den Zinseszins für deinen Vermögensaufbau
Heute möchte ich auf das eingehen, was Albert Einstein einst als achtes Weltwunder bezeichnet haben soll: den Zinseszinseffekt. Ihm wird das Zitat zugeschrieben:
„Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.“
Ein netter Spruch, aber ob er wirklich von Einstein stammt oder nur sein Name missbraucht wurde, um dem Zitat die Aura eines Genies zu verleihen, wer weiß das schon?
Es gibt andere ähnliche Beispiele, wie bei einem angeblichen Warren-Buffett-Zitat:
„Wenn du keinen Weg findest, im Schlaf Geld zu verdienen, wirst du arbeiten, bis du stirbst.“
Ebenfalls sehr markig, oder?
All diese Zitate dienen letztlich dazu, durch die Autorität dieser Persönlichkeiten auf die mathematische Superkraft des Zinseszinseffekts und des exponentiellen Wachstums hinzuweisen.
Was ist der Zinseszins? Der Unterschied zum normalen Zins
Doch was genau sind Zinseszinsen und was ist der Unterschied zum normalen Zins?
Der Zinseszins ist dabei, ganz einfach, ein Zins, den du auf deine bereits erhaltenen Zinsen erhältst. Zahlt dir deine Bank für dein Festgeld beispielsweise 3 % Zinsen auf eine 10.000-Euro-Anlage, dann hast du nach einem Jahr 10.300 Euro. Lässt du dir die Zinsen auszahlen, hast du weiter deine 10.000 Euro Festgeld plus deine 300 Euro ausgezahlten Zinsen. In diesem Fall würden im nächsten Jahr wieder exakt 300 Euro dazu kommen, die du zur freien Verfügung hast.
Beim Zinseszins kommt allerdings eine etwas andere Dynamik ins Spiel, und zwar: Werden dir deine 300 Euro nicht ausgezahlt, sondern gutgeschrieben und mitverzinst, erhältst du im folgenden Jahr bereits 309 Euro an Zinsen. Das liegt daran, dass nun nicht mehr nur dein Startkapital verzinst wird, sondern auch die 300 Euro Zinsen aus dem ersten Jahr. Werden diese ebenfalls gutgeschrieben und nicht ausgezahlt, summieren sie sich im darauffolgenden Jahr bereits auf 318,27 Euro.
Das Wachstum ist also exponentiell.
Ein Gedankenexperiment: Wer wird Millionär & die Macht der Verdopplung
Um diesen Effekt zu untermauern oder etwas bildlicher darzustellen, beginnen wir mal etwas spielerisch. Angenommen, du sitzt auf Günther Jauchs berühmten „Wer wird Millionär“-Stuhl und dir wird folgende Millionenfrage gestellt: Wofür müsstest du dich entscheiden, wenn du nach einem Monat (31 Tage) über den größtmöglichen Betrag verfügen möchtest?
A: Einen Monat lang 1 Bitcoin pro Tag erhalten.
B: 1 Cent erhalten, der sich jeden Tag verdoppelt.
C: 1 Million Euro direkt auf die Hand bekommen.
D: Das Gewicht des Durchschnittsdeutschen (77,7 kg) komplett in Gold aufgewogen.
Na? Wofür würdest du dich entscheiden? Ziemlich tricky, oder?
Als kleine Stütze: Während ich diesen Artikel schrieb, lag der Bitcoin-Kurs bei etwa 61.000 Euro und der Goldkurs je Feinunze bei etwa 4.060 Euro.
Gehen wir die Antwortmöglichkeiten mal durch: Wenn du auf das schnelle Geld aus bist, wärst du, wie so oft im Leben, hier mit dem geringsten Betrag ausgeschieden. Danach folgt der Liebling der Kryptoszene: der Bitcoin mit etwa 1.891.000 Euro. Nun wird es spannend, weil es überraschend knapp wird. 77,7 kg Gold sind eine Menge – an Gewicht – die Abmessungen halten sich aber überraschend in Grenzen. Es wäre mal gerade ein Würfel mit einer Kantenlänge von 15,9 cm, der für die meisten allerdings kaum anzuheben wäre.
Finanziell wäre dieser Würfel ebenfalls ein Schwergewicht; er würde nämlich 10,14 Millionen Euro entsprechen. Nun aber die alles entscheidende Frage: Was ist mit dem Cent? Dieser kommt sogar auf 10,7 Millionen Euro!
Wahnsinn, oder? Dieser absolute Kleinstbetrag vom Anfang summiert sich innerhalb eines Monats so gewaltig auf. Dies geschieht durch das exponentielle Wachstum in diesem Beispiel: Eine Verdopplung jeden Tag! Dasselbe Prinzip des exponentiellen Wachstums liegt, wie du bereits gelernt hast, dem Zinseszinseffekt zugrunde.
Hier geht’s weiter zu Teil 2: Josephspfennig & Elon Musk – Exponentielles Wachstum verstehen.





